Motorradclubs sind mehr als geteilte Vorliebe für Motoren und Marken

Über Zuwachs- und Nachwuchsproblem können Motorradclubs in Deutschland nicht klagen. Ihre Beliebtheit ist ungebrochen. Motorradclubs sind Freunde, die man sich aussuchen kann. Manchmal werden sie gar zum Familienersatz und einige Clubs erwarten ähnlich hohe Verbindlichkeiten oder sogar mehr. Den Aspekt mit der Auswahlmöglichkeit sollte jeder Interessent ernst nehmen und sich eingehend über die Aktivitäten des Clubs über das Motorradfahren hinaus informieren. In der Praxis sieht es ja häufig eher so aus, dass ein Kumpel den anderen fragt, ob er mit dabei sein möchte mit der Versicherung, die Jungs des Clubs seien schwer in Ordnung.

Eine Übersicht über die größten organisierten Motorradclubs in Deutschland ist zur ersten Orientierung hilfreich. Mittlerweile gibt es auch eine Liste von verbotenen Motorradclubs in Deutschland. Wer sich Scherereien ersparen möchte, die aus der Vergangenheit des Clubs nachwirken, unabhängig von aktueller Ausrichtung, der sollte sich von diesen Clubs fernhalten. Einige Rockerclubs sind stolz auf ihr Outlaw-Image und pflegen dies durch schlechtes Benehmen wo sie nur können.

Gentlemenlike benahmen sich die Hells Angels bei ihrem letzten geballten Auftreten im Juni 2018 in Gelmer, einem Stadtteil von Münster. Die Straßen der idyllischen Kleinstadt bebten, als mehr als 600 Hells Angels dort einfuhren. Sie wollten einem Clubmitglied die letzte Ehre erweisen und nahmen an seinem christlichen Begräbnis teil in der Pfarrkirche St. Petronilla. Die Angels hatten sich im Vorfeld selber um Parkmöglichkeiten gekümmert und stellten ihre Motorräder auf einer Wiese, nahe der Kirche ab. Christlich und dies ganzjährig, geht es bei den Christian Motorcyclists Association zu. Die Vereinigung Christlicher Motorradfahrer verzeichnet weltweit über 150. 000 Mitglieder und ist in den einzelnen Ländern in sogenannte Chapter organisiert unter der gemeinsamen Dachmarke.

Für weibliche Motorradfans ist sicher die Ausrichtung nach dem Geschlecht bei Clubs von Bedeutung. Ganz abgesehen von jenen Clubs, die sich öffentlich zum Prostitutionsgeschäft bekennen, gibt es einige chauvinistische Clubs, bei denen die Frau in die Küche und auf den Rücksitz gehört und sonst nichts.