Nachtwölfe trauern um deutsche Bikerin

Wer von den in Russland beheimateten Motorradfahrern des Clubs Nachtwölfe berichtet, der kommt um die Begriffe Putin und Nationalismus nicht umhin. Zu tief verwurzelt ist der Club in der von Oligarchen und Autokraten regierten Welt von Wladimir Putin. Und nicht selten sind die Nachtwölfe die ersten, die auf den Straßen Moskaus Schwule und Lesben jagen oder Systemkritiker bedrohen. Nun machten sie aber auch in Deutschland von sich reden, weil sie in Aue an der Beerdigung einer ihnen verbundenen Bikerin teilnahmen.

Diana Irmisch gehörte zur Frauen-Sektion der nationalistischen Biker und war eine der wenigen Vertreterinnen der Nachtwölfe in Deutschland. In Aue besaß sie ein kleines Fotostudio und engagierte sich beim THW, dem Technischen Hilfswerk. Sie verstarb bei der Rückreise von einer Show der Wölfe auf der von Russland entgegen dem Völkerrecht annektierten Krim. Auf einer Autobahn vor Warschau kollidierte sie mit einem Auto und verstarb noch am Unfallort.

Mehr als 100 Nachtwölfe bei der Beerdigung

Die Beisetzung von Irmisch dürfte vielen Auern noch lange in Erinnerung bleiben. Immerhin begleiteten mehr als 100 Biker den Trauerzug zum Friedhof und wohnten der Beisetzung bei. Ihr Auftritt wurde dabei von der zuständigen Polizeidirektion begleitet, welche jedoch keine Vorkommnisse meldete. Die Beerdigung sei friedlich verlaufen, ließen die Beamten in mehreren Pressepublikationen zur Beerdigung verlautbaren. Nicht an der Beerdigung nahm der Präsident der Nachtwölfe, Alexander Saldostanow, teil. Nach eigenen Angaben wollte er nicht gegen ein Einreiseverbot der Europäischen Union verstoßen und schickte nur einen Kranz nach Aue. Nach Angaben der EU sei gegenüber Saldostanow jedoch nie ein Einreiseverbot ausgesprochen worden. Vielmehr stehe der Biker nur auf den Listen der Vereinigten Staaten und Kanada. Dort dürfe der Russe wie viele seiner Landsleute aktuell nicht einreisen.

Gedenkfahrt zum Kriegsende auch durch Aue

Die Nachtwölfe kündigten nun an, im kommenden Jahr ihre umstrittene Gedenkfahrt zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. Mai 2019 auch durch Aue führen zu wollen. Pilgerort soll das Grab von Diana Irmisch sein. Dagegen regt sich in Aue Widerstand.